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Mut zu schöpfen, Vertrauen!

Der Pfingsthymnus «Veni, Creator Spiritus»stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird Rhabanus Maurus als Autor zugeschrieben – möglicherweise hat der Mönch aber eine ältere Fassung überliefert.

Es existieren mehrere deutsche Übertragungen, etwa von: Martin Luther 1524, Heinrich Bone 1847, Friedrich Dörr 1969 – Gustav Mahler vertonte die lateinische Fassung in seiner 8. Sinfonie.

Hier folgt nun die Fassung der alten Allgäuer Bäuerin Cäcilia Bader, die durch die besondere Anmut und Kraft einer ganz und gar unverstellten Schlichtheit überzeugt.

Veni, Creator spiritus - Komm, Schöpfer Geist
Öffne, was verschlossen ist
Heile, was verwundet ist
Wasche, was beflecket ist
Lenke, was da irre geht
Beuge, was verhärtet ist
Tränke, was da dürre steht
Stärke, was da schwächlich ist
Wärme, was erkaltet ist

Tröste den, der Tränen weint
Mach dir unser Herz bereit
Dring in unsre Seelen ein
Oh du Licht der Seligkeit
Ohne deinen Gnadenschein
steht der arme Mensch allein
kann nicht gut und sicher sein

Heiliger Geist, wir bitten dich
Gib uns deiner Gnadenkraft
Gib Verdienst in dieser Zeit
und dereinst die Seligkeit
nach vollbrachter Wanderschaft.

Amen

Cäcilia Bader

Written by morrien

Juli 6th, 2010 at 7:30 pm

Lichtschule

Die Leuchtkraft der Diamanten
entsteht unter hohem Druck.

Die Gesetze sind zu alt, als dass
wir sie ändern könnten.

Es ist uns zuzumuten.

Denen, die beizeiten den Weg
ausleuchten müssen.

Lea Morrien

Written by Asherah

April 7th, 2009 at 8:51 pm

Posted in Gewißheiten

Stimmsignale

Gestammeltes Stückwerk, das Leben in Sicht zu singen.

Einst traf es sich, dass eine Frau und ein Mann den Raum einer kleinen und versteckt gelegenen Synagoge tönend erkundeten. Ihre stimmlichen Resonanzen fingen sie ein.
Um diese später auf die Straße zu tragen. Wo hören kann, wer will, was sich sonst unbemerkt im Hinterhof einer rheinländischen Kleinstadt zugetragen hätte. An diesem 11.11. in Stommeln.

Sinnsuchendes Sehnen, kauerndes Wispern, aufmüpfiges Schnipsen, brummbäriges Lauern, beschwörender Schwall, erschauerndes Ahnen, wirrwarrer Klang, weiß was.

Anmerkung:

Inspiriert durch Max Neuhaus, dessen „Time Pieces” seit 2007 auf dem Stommelner Markt dauerhaft ein Klangsignal setzen für die Synagoge. Die hier zu hörenden Stimmsignale zweier Unbekannter datieren vom 11. November 2008.

 
icon for podpress  Stimmsignale (Restaurierte Fassung) [8:59m]: Play Now | Play in Popup | Download

Anrufung

Ein Gebet, das uns ermutigt, entschieden zu handeln, wenn die Zeit dafür reif ist.

Anruf

Mein Gott, du bist kein Gott der

Weichheit, des Wortes und des Weihrauchs,

kein Gott der Vergangenheit. Ein Gott

der Allgegenwart bist du.  Ein fordernder

Gott bist du mir. Du heiligst mich mit

deinem “Du sollst”; du erwartest meine

Entscheidung zwischen Gut und Böse; du

verlangst, dass ich beweise, Kraft von

deiner Kraft zu sein, zu dir hinauf

zu streben, andere mitzureißen, zu

helfen mit allem, was ich vermag.

Fordere, fordere, damit ich jeden

Atemzug meines Lebens in meinem

Gewissen fühle, es ist ein Gott.

Bertha Pappenheim
(1859-1936)

Hinweis: Das Gebet hat die Gründerin des Jüdischen Frauenbundes 1935, im Jahr der Nürnberger Rassegesetze, geschrieben. Gestern las ich von einem Lesbenpaar, das in Berlin niedergeschlagen wurde und dann mit roter Farbe besprüht. (epd-Meldung in der taz vom 27.10.2008)

Written by morrien

Oktober 30th, 2008 at 8:16 pm

Mutter unser

Ein Gebet, das wir brauchen, wenn wir bei Trost bleiben wollen.

Gegrüßet seist du Maria
voll der Gnade
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel
so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von allem Zweifel.

Denn dein ist das Reich und die Schöpfungskraft
in Ewigkeit.
Amen.